Dem Grundsatz „Wissen mehren“ verpflichtet, traten am Morgen des 17.12.2006 Brüder zusammen mit einigen Damen und Gästen eine kurze Busreise nach Gundremmingen an. Dieser Ausflug, so kurz
vor dem Weihnachtsfest, war endlich der Besichtigungstag eines Kernkraftwerks, für den die Vorarbeiten schon bis in das Jahr 2000 zurückreichen. Schon einmal, nämlich am 17.04.2002 stand ein KKW auf dem Besuchsplan der Loge zu den drei Linden. Dieser Termin wurde aber kurzfristig vom zuständigen Bundesamt abgesagt. Auf Grund allgemeiner Vorsorge wegen terroristischer Aktivitäten war bis auf weiteres kein Besuch eines deutschen KKW`s mehr möglich. Genauso plötzlich würde dieses Verbot dann im Frühjahr 2006 wieder aufgehoben und die Brüder der Loge, die immer wieder zu den maßgeblichen Ämtern Kontakt hatten, konnten erneut einen Besuch planen. Nun also ging es zum KKW Gundremmingen, wo wir nach kurzer und sicherer Reise, gestärkt durch Butterbrezel und Kaffee, gegen 09.15 ankamen. Nach Ausweiskontrolle und kurzer Einweisung wurde uns zuerst einmal eine Art Schnellkurs in Kernphysik verabreicht. Das Ganze, untermalt von Zeichnungen, Fotos und Mustern, dargestellt und erklärt durch einem ehemaligen Mitarbeiter im Fahrstand des Kraftwerkes (Reaktorfahrer), war allein schon die Reise wert. Nach etwa 45 Minuten trennte sich ein Teil der Gruppe ab und 10 Brüder durften, zusammen mit zwei Begleitern und ausgestattet mit Schutzanzug, Helm und Messgeräten, das Kraftwerk besichtigen. Wir nehmen an, das sie den Moment am offenen Wasserbehälter mit dem tief unten stehenden Reaktor so schnell nicht vergessen werden. Nach der Besichtigung im Reaktorgebäude ging man dann in den angebauten Teil, in dem die Stromerzeugung stattfindet. Auch hier konnte man, angesichts der Dimensionen nur staunen. Gundremmingen, als eines derleistungsstärksten KKW's in Deutschland produziert in jedem seiner beiden Blöcke soviel Strom, wie ganz München verbraucht. Hier, vor Ort, wurde diese, eigentlich abstakte Größenordnung fühlbar. Nach einer insgesamt sicher 90 Minuten dauernden Führung kam man, mehrfach kontrolliert und durch Prüfgeräte vermessen, wieder zum Rest der Gruppe zurück. Die nicht an der „inneren Führung“ teilgenommenen Mitglieder der Gruppe hatten in der Zwischenzeit auch Einblicke in das Kraftwerk gewinnen können. Eine Video-Führung, die es ermöglicht, in den laufenden Betrieb per Kamera zu schauen, brachte auch hier Einblicke der besonderen Art. Das Ganze wurde noch abgerundet durch eine Fahrt mit unserem eigenen Bus auf dem Werksgelände und der kurzen Besichtigung eines arbeitenden Kühlturms. Allein, welches Prozedere wir zu durchlaufen hatten, um überhaupt auf das Gelände zu kommen, spricht für sich. Die Anweisung des mitfahrenden Wachmannes, nicht zu schnell, nicht zu langsam zu fahren und nichts Plötzliches und Unverhofftes zu tun, da wir ja permanent per Kamera überwacht würden und die Kollegen nicht nervös werden sollen, spricht Bände. Sicherheit wird hier so hoch geschrieben, dass die Mannschaft, die dafür zuständig ist, Ihren Chef nicht im KKW sitzen hat, sondern direkt dem Ministerium für Reaktorsicherheit in Berlin untersteht. Auch der Kraftwerksdirektor muss sich jeden Morgen ausweisen und einer gründlichen Kontrolle unterziehen. Nachdem nun beide Gruppen wieder zusammen waren und wir den Führern unseren Dank ausgesprochen hatten, mussten wir eilen um den bestellten Mittagstermin wenigstens ansatzweise einhalten zu können. Auf Empfehlung des Busunternehmens stiegen wir im Langgasthof Adler in Niederstotzingen ab, wo wir dann ein ausgesprochen gutes und üppiges Mittagessen vorfanden. Der zum Sataltbüffet umgebaute Traktor mitten in der Gaststube und solide, schon barock anmutende Holzmöbel vermittelten ein ausgesprochen angenehmes Ambiente. Gegen 15.00 Uhr bestiegen wir wieder unseren Bus und fuhren nach Ulm, um den schönen und erlebnisreichen Tag mit einem Besuch des Weihnachtsmarktes bei einigen Gläsern Glühwein abzurunden. Um 18.30 Uhr trafen wir uns dann wieder am Bus für die Heimfahrt, vertieft in Gesprächen und dem Austausch der Eindrücke des Tages.
